Sonntag, 29. März 2020
Mona Lisas Kuss
Ich schenke Dir eine Anstecknadel.
Du schöne,
in die Jahre gekommene Gefährtin.
Immer noch verfolgen Deine Augen
den Gang der Zeit.
Halten Stand,
wider der kalten Welt.
Unnahbare unter Unnahbaren.
Durch lange,
bleiche Finger
frisst sich ungezähltes Geld.
Vogel im goldenen Käfig,
aufgeplustertes Federkleid
der staubigen Bourgeoisie.
Schritt
Auf der Stelle
sich wiegender Tritt.
Ziselierte Fußfesselchen
aus handgearbeiteter Melancholie.
Geübte Meditation im Stillstand
hält die ungezähmten Drachen an kurzen Leinen
um Tränen in seidige Kissen zu weinen.
Die goldene Tür,
offen
immer zu.
Schlüpfe aus modrigen Klamotten.
Flügge!
Schließe Dich meinem Ruf nach Menschlichkeit an.
Spüre den Stich
meiner Anstecknadel.
Spüre meine Schmerzen
in Deinem Herzen.

Permalink (0 Kommentare)   Kommentieren

 


Dienstag, 28. Januar 2020
Freude und Trauer
ich bin
eine sich drehende
auf dem Rand stehende
Münze

Permalink (0 Kommentare)   Kommentieren

 


Freitag, 5. April 2019
Worte
fallen aus dem Nest
meines Mundes.
Vom Leichtsinn
gestoßen.
Öffnen ihre nassen Flügel,
strudeln unbeholfen hinab.
Zappelnd und stammelnd
landen sie
ausgehaucht
im Staub.

Permalink (0 Kommentare)   Kommentieren

 


Freitag, 15. März 2019
Essaouira-Windsbraut
umgarnst den Bräutigam mit
flatterndem Möwenschleier
-wild und laut.
Tanzboden aus schillernden Fischschuppen.
Blaue Holzschuhe,
sich an Deinen Füßen entpuppen,
als der Fischer Boote.
Wiegen im Takt auf und ab
-während die süßen Katzen verschlafen.


Unter den Gästen,
drei Grazien

Auferstehung und
Ahnenkraft mit dem
Universum vereint.

Permalink (0 Kommentare)   Kommentieren

 


Mittwoch, 13. März 2019
Marrakesch
Jeder Tag ein Neuanfang
Bezaubernde Magie der Ishtar
Eine Träne tritt aus dem Herzen.

Morgens
auf den Dächern
Marrakeschs
spiegelt der Himmel
die Farbe der Seele.
Abends deckt sie ihn zu
im Einklang.

Permalink (3 Kommentare)   Kommentieren

 


Mittwoch, 20. Februar 2019
Ich versuchte den Sonnenschein in den Arm zu nehmen,
tausend Schmetterlinge flatterten aus meinen Händen.

Permalink (0 Kommentare)   Kommentieren

 


Montag, 17. Dezember 2018
Strasbourg
rufen Stimmen mir im Chor.
In der Spätschicht klingt die Nachricht
an mein Ohr.
Die Knie sind weich,
der Druck im Herzen
bildet einen Kloß
aus Schmerzen
und lässt die Tränen aus dem Herzen,
sich schwimmend
in den Augen sammeln.
Ein Anschlag auf dem Weihnachtsmarkt.
Zerfließendes Gedankenstammeln,
die Atmung flach,
das kann nicht sein,
mein Kind in Straßburg
ganz allein.
Ich möchte eine gute Nachricht wissen
und schicke Dir ein Telegramm.
Es geht Dir gut, Du bist daheim
mit tausend Küssen.
Du bist wohl auf in Petite France
und Deine Freunde sind es auch.
Nun bist Du eingeschlossen,
Blaulicht und Sirenen überall.
Es wurde viel geschossen.
Du sagst, Du hast den Terror satt,
auf den Du triffst in jeder Stadt.
Möchtest nur zuhause sei,
Du fühlst Dich so allein.
Ich wünsch` Dir Mut,
es geht Dir gut.
Du hattest Glück,
es wendet sich mein Blick:
Trauer kehrt zurück

11.Dezember 2018

Permalink (0 Kommentare)   Kommentieren

 


Freitag, 5. Januar 2018
Nacht für Nacht
heben anrollende Windböen meinen Geist aus dem Bett.
Lassen ihn durch Räume flattern
und der müde Körper schleppt sich hinterher.

Permalink (0 Kommentare)   Kommentieren

 


Donnerstag, 4. Januar 2018
Der Winter hat seine Würde verloren
Westwind zerrt an seinem Kleid
bis es in Fetzen hängt
Südwind leckt an seinem Bart
bis er zum Jüngling wird
Westwind rüttelt ihn, schüttelt ihn
- Nackt!-
Ich fordere ein weiß glitzernd Gewand
Ich fordere den eiskalten Kuss
starr und bizarr
Ich fordere seine Würde zurück

Permalink (4 Kommentare)   Kommentieren

 


Sonntag, 31. Dezember 2017
Letzter Tag im Jahr
Neigst dein strahlendes Gesicht
der Dunkelheit entgegen
Nachtwache ruft unerbittlich
letzter Tag im Jahr
ich verabschiede dich
wehmütig
oder doch mutig
mit leisem Gläsergeklirr
steigst du auf in Rauch und Schall.

Permalink (0 Kommentare)   Kommentieren