Sonntag, 29. März 2020
Mona Lisas Kuss
Ich schenke Dir eine Anstecknadel.
Du schöne,
in die Jahre gekommene Gefährtin.
Immer noch verfolgen Deine Augen
den Gang der Zeit.
Halten Stand,
wider der kalten Welt.
Unnahbare unter Unnahbaren.
Durch lange,
bleiche Finger
frisst sich ungezähltes Geld.
Vogel im goldenen Käfig,
aufgeplustertes Federkleid
der staubigen Bourgeoisie.
Schritt
Auf der Stelle
sich wiegender Tritt.
Ziselierte Fußfesselchen
aus handgearbeiteter Melancholie.
Geübte Meditation im Stillstand
hält die ungezähmten Drachen an kurzen Leinen
um Tränen in seidige Kissen zu weinen.
Die goldene Tür,
offen
immer zu.
Schlüpfe aus modrigen Klamotten.
Flügge!
Schließe Dich meinem Ruf nach Menschlichkeit an.
Spüre den Stich
meiner Anstecknadel.
Spüre meine Schmerzen
in Deinem Herzen.

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Freitag, 20. März 2020
Bärentatze
Schwarzer Mantel,
weißes Haar,
eine Hexe ich einmal war.
Ein Zauberer,
lang ist es her,
ich mochte ihn sehr.
Er verwandelte mich in einen Bär.
Mit Brimbamborium
und etwas Glück,
erhielt ich meine Gestalt zurück.
Die Hand,
mit der ich schrieb,
mir zum Ersatze blieb
als Bärentatze.

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Samstag, 14. März 2020
Unterwegs mit Karla Kolumna
Hallöchen, wunderbarer Morgen, an diesem Freitag den 13ten.
Unterwegs auf dem regionalen Wochenmarkt.
Aber, was ist das? Eine ewig lange Menschenschlange, am Gemüsestand.
Ahhh..und ohhh…die Kinder haben die nächsten fünf Wochen schulfrei.
Damit sie sich in dieser Zeit gesund ernähren, gibt es Gemüse und dieses an der frischen Luft zu kaufen, ist sicher gesund.
Es stehen heute nicht nur Mütter in der Reihe, auch alte Menschen bewegen sich gerne an der frischen Luft und verbinden ihre Aufstockung der Vitamine damit.
Karla Kolumna findet das anstehen zu müßig und geht in ihren Lieblingspark. Sie macht sich auf die Suche und möchte einen schwarzen Schwan finden. Sieht aber nur weiße, die sich auf dem See recht schön machen.

Der Hunger kommt, im Botanischen Garten gibt es Karottensüppchen. Recht einsam sitzt sie im Cafe. Da gibt es also keinen Interviewpartner.
Die Suppe sieht mit ihrem Sahnehäubchen zwar recht hübsch aus, wird jedoch nicht fotografiert.
Weiter geht’s. Vielleicht doch noch etwas Gemüse?
Um die Ecke gibt es einen großen Biosupermarkt.
Was sieht sie vor dem Eingang liegen? Sensationell, eine Maske.

Ein einfacher Mundschutz, da meinte es jemand gut und wollte niemanden anstecken. Wer das wohl war?
Im Bioladen die Überraschung, Karla steht vor einem leeren Regal.

Während es in anderen riesigen Supermärkten weder Nudeln, noch die passende Fertigsoße gibt, sind es hier Kartoffeln. Was für ein Glück, die mag Karla eh nicht so und Fenchel gibt es noch einen.
Leider sind auch die Kleinblatthaferflocken verschwunden. Gibt es zum Frühstück also nur Crunchy.
Montag sieht Karla sich mal an der Front um, vielleicht hat Sie weiteres sensationelles zu berichten.
Tschüsselchen

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