Mittwoch, 30. März 2022
Was nun?
Als Krankenschwester versorge ich in der Klinik auch Coronapatienten.
Da die Klinik ein kleines Privatkrankenhaus ist, bekommen wir aus dem städtischen Haus Patienten, welche sich zuhause nicht mehr allein versorgen können.
Einige können, Covid-19 positiv, nicht in ihre Einrichtung zurück oder dürfen eine weiterführende Reha derzeit nicht antreten.
Meist sehr alte, pflegebedürftige Menschen. Überwiegend geboostert, was nichts zur Sache tut.
Vielleicht nehmen wir ja auch bald ukrainische Flüchtlinge zur Pflege auf.
Was würde ich machen, wenn es zu einem Krieg in meinem Land kommt?
Weiterarbeiten. Wem obliegt die Patientenversorgung sonst?
Arbeiten, weil es das Beste für die Gemeinschaft ist(Marc Aurel).
Im Alter fällt stoisches Gedankengut leichter.
Ich sollte endlich mal den Keller aufräumen. Oft stelle ich mir, mitten im Gerümpel, die Frage:
"Ist ein vollgestopfter Keller das Synonym für ein chaotisches Unterbewusstsein?"
Was, wenn ich in die Kellerräume flüchten muss, das Ich und das Über-Ich verschüttet im Es.
Wusste gar nicht, dass der Drogeriemarkt Tabletten zur Desinfektion von Wasser verkauft.
Silberionen schützen bis zu 6 Monaten vor Wiederverkeimung.
Wie deutlich ich den Hamster und Prepper in mir sehe.
Welches Paar, meiner drei Dutzend, Schuhe würde mich begleiten?
Feine und Stöckelschuhe sind total wertlos. Reiner Ausdruck von Konsumhörigkeit oder gibt es eine weitere, gesellschaftliche Erklärung?
Das Füßebinden war in China bis ins 20. Jahrhundert Tradition. So wurden jungen Mädchen die Zehen gebrochen, unter die Fußsohle geklappt und der Fuß fest eingebunden, auf dass die Ferse näher zum Hohlgewölbe rutscht. Das ergibt einen Minifuß, mit dem Laufen äußerst schmerzhaft ist.
Die Frauen können das Haus nicht verlassen, geschweige denn weglaufen.
"Herrschaft wiederum entspringt angeblich einem, dem Menschen eigentümlichen Trieb, andere zu unterjochen; denn andere unter den eigenen Willen zu zwingen, erzeugt ein "unvergleichliches Lustgefühl", sich durchzusetzen und "andere zu Instrumenten des eigenen Willens zu machen" gehöre zur Männlichkeit des Mannes." Max Weber
Befehlen und Gehorchen, ohne das gibt es keine Macht.
Wo Befehlen nicht mehr gehorcht wird, sind Gewaltmittel zwecklos.
Wer sich mit Macht und Gewalt beschäftigen möchte, dem sei Hannah Arendt empfohlen.
Wie sieht es mit meinem Seelenheil aus?
Mit der depressiven Made im Speck, die nicht aus ihrer Komfortzone kriechen möchte?
Das Zerwürfnis meiner selbst, der Streit zwischen "Made" und Über-Ich, gehören zu mir,
vielleicht sogar zur Menschheit.
Zur Selbstverantwortung ist es ein langer Weg.

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Donnerstag, 17. März 2022
Behütet durch
Mütterchen Natur
rückt das
dunkle Grollen
ewig
sibirischer Frische
in die
Ferne

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Dienstag, 25. Januar 2022
Mandala2021

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