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Sonntag, 15. Januar 2023
Drei Russinnen
Am Sonntag, 15. Jan 2023 im Topic 'Verschiedenes'
Es ist eine ruhige Nacht.
Wir sitzen in unserem Stationszimmer, am Schreibtisch, auf unseren Drehstühlen.
Ihre Finger, mit den prallen Fingerbeeren und den kurzgeschnittenen Nägeln, halten ein aktuelles Smartphone. Ein Geschenk ihrer Tochter.
In Russland hatte sie die Ausbildung zur Hebamme abgeschlossen.
Hier die Anerkennung nicht erhalten.
Jetzt arbeitet sie als Krankenpflegehelferin.
Der Dienstkittel verdeckt, mit seinen kurzen Ärmeln, nur einen Teil der alten Verbrühung an ihrem Oberarm.
Ein gebranntes Kind aus bitterarmen Verhältnissen.
Auf dem Bildschirm ihres Handys zeigt sich die Halbinsel Krim.
Tanja gerät ins Schwärmen, über das mediterrane Klima.
Orangen- und Zitronenbäume, Weinstöcke.
Ihr nächstes Urlaubsziel.
Olga:
„Mein Neffe aus Kiew hat geheiratet. Eine Ukrainerin.
Sie besuchten meinen Bruder in Luhansk.
Ihre Großmutter in Kiew ist krank. Da sie bei ihr aufgewachsen ist
und eine enge Bindung besteht, wird sie wieder zurückfahren.
Mein Neffe wollte mit seiner Frau gehen, doch seine Eltern flehen ihn an, bei ihnen zu bleiben.
Würde er zurückgehen, muss er gegen seine Eltern in den Krieg ziehen.
Er ist bei seinen Eltern geblieben.
Seine Frau ist nach Kiew zurück.
Es zerreißt mich!“
Wie ein trauriges Gespenst huscht Irinas zarter Körper, in der dunklen Nacht, durch die Krankenzimmer der Klinik.
Die Geschehnisse zwischen Russland und der Ukraine halten ihren Geist im Bann.
Erinnerungen treiben nach oben.
Das Wohnzimmer der Großeltern.
Die Verfolgung der jüdischen Familie, festgehalten in Erzählungen, Briefen und Fotographien.
Die Angst vergangener Generationen hat sie eingeholt.
Wir sitzen in unserem Stationszimmer, am Schreibtisch, auf unseren Drehstühlen.
Ihre Finger, mit den prallen Fingerbeeren und den kurzgeschnittenen Nägeln, halten ein aktuelles Smartphone. Ein Geschenk ihrer Tochter.
In Russland hatte sie die Ausbildung zur Hebamme abgeschlossen.
Hier die Anerkennung nicht erhalten.
Jetzt arbeitet sie als Krankenpflegehelferin.
Der Dienstkittel verdeckt, mit seinen kurzen Ärmeln, nur einen Teil der alten Verbrühung an ihrem Oberarm.
Ein gebranntes Kind aus bitterarmen Verhältnissen.
Auf dem Bildschirm ihres Handys zeigt sich die Halbinsel Krim.
Tanja gerät ins Schwärmen, über das mediterrane Klima.
Orangen- und Zitronenbäume, Weinstöcke.
Ihr nächstes Urlaubsziel.
Olga:
„Mein Neffe aus Kiew hat geheiratet. Eine Ukrainerin.
Sie besuchten meinen Bruder in Luhansk.
Ihre Großmutter in Kiew ist krank. Da sie bei ihr aufgewachsen ist
und eine enge Bindung besteht, wird sie wieder zurückfahren.
Mein Neffe wollte mit seiner Frau gehen, doch seine Eltern flehen ihn an, bei ihnen zu bleiben.
Würde er zurückgehen, muss er gegen seine Eltern in den Krieg ziehen.
Er ist bei seinen Eltern geblieben.
Seine Frau ist nach Kiew zurück.
Es zerreißt mich!“
Wie ein trauriges Gespenst huscht Irinas zarter Körper, in der dunklen Nacht, durch die Krankenzimmer der Klinik.
Die Geschehnisse zwischen Russland und der Ukraine halten ihren Geist im Bann.
Erinnerungen treiben nach oben.
Das Wohnzimmer der Großeltern.
Die Verfolgung der jüdischen Familie, festgehalten in Erzählungen, Briefen und Fotographien.
Die Angst vergangener Generationen hat sie eingeholt.
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Sonntag, 8. Januar 2023
Mandala2022
Am Sonntag, 8. Jan 2023 im Topic 'Mandala'

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Montag, 2. Januar 2023
Weihnachten
Am Montag, 2. Jan 2023 im Topic 'Memorabilien'

Jozef´Chelmonski
(München; Hypo- Kunsthalle: Polnischer Symbolismus)
Ich sehn' mich so nach einem Land
der Ruhe und Geborgenheit
Ich glaub', ich hab's einmal gekannt,
als ich den Sternenhimmel weit
und klar vor meinen Augen sah,
unendlich großes Weltenall.
Und etwas dann mit mir geschah:
Ich ahnte, spürte auf einmal,
daß alles: Sterne, Berg und Tal,
ob ferne Länder, fremdes Volk,
sei es der Mond, sei's Sonnnenstrahl,
daß Regen, Schnee und jede Wolk,
daß all das in mir drin ich find,
verkleinert, einmalig und schön
Ich muß gar nicht zu jedem hin,
ich spür das Schwingen, spür die Tön'
ein's jeden Dinges, nah und fern,
wenn ich mich öffne und werd' still
in Ehrfurcht vor dem großen Herrn,
der all dies schuf und halten will.
Ich glaube, daß war der Moment,
den sicher jeder von euch kennt,
in dem der Mensch zur Lieb' bereit:
Ich glaub, da ist Weihnachten nicht weit!
Autor: Hermann Hesse
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